Die USA haben den Oscar, wir haben den Goldenen Bären und Frankreich hat die Goldene Palme, die jährlich bei den Filmfestspielen von Cannes verliehen wird. Wie auch wieder dieses Jahr erst vor wenigen Tagen geschehen. Schon zum 64. Mal jährte sich das Ereignis, dessen berühmte Auszeichnung zu einer der bedeutendsten der Filmindustrie zählt.

Dieses Jahr war ein richtiges Aufgebot an Größen aus dem Filmgeschäft unter den Nominierten vertreten. Die Goldene Palme stellte sich indes mehr als Gewohnheitsstier heraus und beglückte vor allen Dingen Stars, die schon einige gute Erfahrungen in Cannes gesammelten hatten. So erhielt das philosophische Mammutwerk „The Tree of Life“ den Hauptpreis. Der Film des US-Amerikaners Terrence Malick wurde bereits sehr lange von der Filmbranche erwartet, die nicht enttäuscht wurde: The Tree of Life stellte sich als reinrassiges, episches Familiendrama mit Anspruch heraus. Ein Film also abseits der heutigen Hollywood Industrie, in dem Emotionen und Story, die einstigen Wegweiser der Branche, nur noch Parameter abseits des schnellen Vergnügens sind.

Als weitere Gewinner erhielten Jean-Pierre und Luc Dardenne sowie der Türke Nuri Bilge Ceylan einen großen Preis der Jury. Die drei waren im Übrigen auch anwesend bei der Preisverleihung – ganz im Gegensatz zu Malick, der bekanntermaßen als Öffentlichkeitsscheu gilt.